Der Robuste Indikator als pädagogischer Fachbegriff

Der robuste Indikator wird als Begriff verwendet, um ein stabiles latentes Konstrukt zu beschreiben, welches besonders gut eine Kompetenz vorhersagt. Der Begriff stammt aus der CBM, RTI und MTSS Forschung, welche datenbasierte Entscheidungen und präventive Handlungen zur Vermeidung von Lern- und Verhaltensproblemen für die Schule umfasst.

So ist Leseflüssigkeit in den ersten zwei Klassenstufen ein zentrales Ziel der Schule. Die Entwicklung der Leseflüssigkeit führt zur späteren Lesekompetenz und korreliert hoch mit vielen weiteren Indikatoren.

Eine Klassenlehrkraft sollte daher die Entwicklung der Leseflüssigkeit unbedingt einmal bei jedem Schüler betrachten, da dies ein sehr stabiler Erfolgsfaktor für die weitere schulische Karriere ist. Ist die Leseflüssigkeit niedrig, sollte man klären warum und weitere pädagogische Aspekte hin zu einer genauen Profilanalyse klären.

Daher ist ein robuster Indikator auch sehr gut als Screening geeignet, der einem Anhaltspunkte für weitere Fragestellungen liefert. Daher ist eine gute Diagnostik meist mehrstufig und sparsam. Ist beim robusten Indikator alles in Ordnung lohnt sich meist keine vertiefte Analyse. Besteht Handlungsbedarf, dann ist eine weitere Klärung notwendig und präventive pädagogische Förderung im Sinne eines MTSS sinnvoll.

Neben den Ansatz einen robusten Indikator zu messen, gibt es auch den Ansatz möglichst viele Curriculare Inhalte (curriculum sampling measures) zu messen oder in Deutschland der Bezug zu den Bildungsstandards. Hier geht es meistens um Profile und die einzelnen Dimensionen oder Standards werden ähnlich gewichtet. Dadurch dauert die Messung länger, da man mehrere Bereiche testen muss. Ebenso gibt es häufig auch keine Vergleichswerte und Empfehlungen wann man handeln sollte (Cut-Off Werte).

Daher ist der robuste Indikator insbesondere bei Kindern mit kurzer Aufmerksamkeitsdauer und für die Durchführung im Klassenzimmer zu empfehlen und wird insbesondere bei sonderpädagogischer Unterstützung als Konzept verwendet.

Weitere Informationen:

Pädagogische Diagnostik. Leistung, Kompetenz und Entwicklung messen, bewerten und interpretieren für individuelle Förderung

Curriculumbasierte Messverfahren im mathematischen Erstunterricht: Zur Güte und Anwendbarkeit einer Adaption US-amerikanischer Verfahren im deutschen Schulsystem